[Rezension] Blinde Vögel | Ursula Poznanski

Blinde Vögel | Ursula Poznanski | Rowohlt | 476 Seiten | 9,99€
Zwei Tote in Salzburg. Sie stranguliert, er erschossen. Die beiden scheinen zu Lebzeiten keinerlei Kontakt miteinander gehabt zu haben. Oder täuscht der erste Blick? Das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ist ratlos. Aber Beatrice mag die Sache nicht auf sich beruhen lassen und verfolgt die Spuren, die die Toten im Internet hinterlassen haben. Auf Facebook wird Beatrice fündig: Beide waren dort Mitglieder in einem Forum, das sich ausgerechnet mit Lyrik befasst. 
Bald ahnt Beatrice, dass die Gedichte Botschaften enthalten, die nur wenige Teilnehmer verstehen. Düstere Botschaften, in denen es um Angst und Tod geht. Und dann stirbt eine der Lyrik-Liebhaberinnen... 


Ich bin wirklich ein großer Fan von Ursula Poznanski und ich habe sowohl "Erebos" als auch "Saeculum" geliebt. 
Auch den Auftakt ihrer Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ("Fünf") fand ich wahnsinnig spannend und gut gelungen.
Umso enttäuschter war ich von "Blinde Vögel"...Ich habe diese Reihe ja in falscher Reihenfolge gelesen, da die Bände nur unwesentlich zusammenhängen. Daher habe ich nach Band eins erst Teil drei gelesen, der mich leider auch nicht wirklich begeistern konnte, weil die Geschichte lange auf der Stelle getreten ist..
Ich hatte Hoffnungen, dass der zweite Teil genauso genial wird wie der erste, denn die Idee dahinter klingt wirklich gut. Menschen werden ermordet, die auf den ersten Blick nicht mehr gemeinsam hatten, als ihre Liebe zu Gedichten, die sie in einer Facebook-Gruppe auslebten. Ich hatte gehofft, dass es wieder zu einer Hetzjagd zwischen Polizei und Mörder kommt, so wie es im ersten Band der Fall war. 
Leider hat sich die Geschichte dann aber dermaßen in die Länge gezogen, dass ich zwischenzeitlich echt lange gebraucht habe zum Lesen und es auch Tage und Wochen gab, wo ich das Buch nicht mal zur Hand genommen habe, weil mir andere Geschichten interessanter erschienen. 
Ich bin wirklich ein bisschen enttäuscht, denn eigentlich bin ich viel besseres von Ursula Poznanski gewöhnt, aber diese atemberaubende Spannung, die ich für gewöhnlich mit ihr verbinde, fehlte in diesem Buch beinahe komplett (so wie auch in Teil drei). 
Nur das Ende hat es noch einmal herausgerissen, denn das wurde wieder nervenaufreibend spannend und drastisch, so wie man es sich für einen Thriller erhofft. 
Allerdings muss ich auch hier sagen, dass mir die Auflösung der Geschichte und der Morde ein wenig an den Haaren herbeigezogen erschien und nach dem langen Auf-der-Stelle-treten der Polizei doch etwas zu plötzlich kam. Das ganze war zwar von der Autorin gut durchdacht, wirkte aber ein bisschen Fehl am Platz, da nichts auf dieses Ende hindeutete und dann war die Auflösung auf einmal da...
Irgendwie kam mir im letzten Viertel des Buches alles ein bisschen zu gewollt vor, um noch realistisch zu wirken..
Da fehlte auch dieser Aha-Effekt, der Punkt, an dem es einem wie Schuppen von den Augen fällt und sich endlich alle Puzzleteile zusammenfügen. Leider ist dieser Punkt bei mir ausgeblieben und hat eher Zweifeln und Unverständnis Platz gemacht..
Dem Buch zu Gute halten muss ich die Charaktere. Beatrice und Florin sind mir die ganze Reihe über durchweg sympatisch und ich mag beide wirklich gerne. Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und jeder hat eine ganz besondere Persönlichkeit, sodass sich alle zusammen sehr gut ergänzen. 

Alles in allem kann ich leider nicht sagen, dass mir das Buch wirklich gefallen hat. Ich mochte die Charaktere und es war schön, sie bei ihrer Arbeit zu begleiten, allerdings hätte man dem Buch gut und gerne 100 Seiten nehmen können, in denen einfach nichts passiert ist..Außerdem fehlte mir die ganze Geschichte über die Spannung (außer ganz am Ende).
Leider konnte bis jetzt kein Folgeband an den ersten Teil "Fünf" heran kommen und ich bin wirklich am überlegen, ob ich mir den vierten Teil besorgen soll (der ich letzten Monat erst erschienen, unter dem Titel "Schatten")..

Kommentare:

  1. Hey :)

    Schade, dass dich "Blinde Vogel" nicht überzeugen konnte! Der Klappentext hat sich sehr spannend angehört.
    Ich finde es immer ein wenig ärgerlich, wenn eine Reihe wirklich stark beginnt und man mehr davon lesen will, aber die folgenden Bücher nicht im Ansatz an ihren Vorgänger heranreichen. Dann steht man immer in diesem Zwiespalt, in dem du gerade bist, und fragt sich, ob man den nächsten Teil wirklich noch lesen möchte. Ich habe es bis jetzt immer gemacht und wurde häufig enttäuscht, manchmal aber auch positiv überraschst.

    Liebe Grüße
    Maxi von Die Vorleser ♥

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    1. Hi Maxi :)
      Hast du eines der Bücher aus dieser Reihe schon gelesen?
      Ich bin halt kein Thriller-Leser, deswegen ist dieses Genre komplettes Neuland für mich, aber an "Fünf" und den Rest der Reihe habe ich mich dann heran getraut ^^
      Ich bin mit dem vierten Teil vor allem am überlegen, ob es sich nicht vielleicht doch lohnt, ihn zu lesen, weil soviel Zeit zwischen Teil 3 und 4 liegt..Vielleicht ist dieser wiederum spannend..Ich kann das echt schlecht einschätzen und werde mir wohl erstmal ein paar Rezis angucken, ob das Buch was für mich ist oder nicht...

      Liebe Grüße :)

      Kathi

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