[Rezension] Fünf am Meer | Emma Sternberg

Information
Autor: Emma Sternberg
Verlag: Heyne
Genre: Roman
Seiten: 460
Neupreis: 9,99€
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Fünf am Meer
Erscheinungstermin: Mai 2016
ISBN: 978-3-453-42163-9




Klappentext
Es zieht Linn den Boden unter den Füßen weg, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Aber dann erfährt sie, dass sie geerbt hat – und findet sich in einem Haus in den Hamptons wieder, direkt am Meer. Die Bewohner, fünf lebenslustige Senioren, wachsen Linn bald ans Herz, genauso wie die gemeinsamen Granatapfel-Manhattans und die Storys über ihre glamouröse Tante Dorothy. Doch dann taucht dieser attraktive Journalist auf, der noch ein bisschen mehr zu wissen scheint ...


Willkommen im Sea Whisper Inn!

Als ich mit "Fünf am Meer" begonnen habe, war ich sofort mitten drin in der Geschichte, die gleich damit beginnt, dass unsere Protagonistin Linn ihren langjährigen Freund Martin zusammen mit der gemeinsamen Arbeitskollegin erwischt und ihn Hals über Kopf aus der Wohnung wirft.
Das die Wohnung eigentlich ihrem Freund gehört und eigentlich sie diejenige sein müsste, die geht. 
Das ganze absolut nicht realisieren könnend, fängt Linn halbherzig an, ihren Koffer zu packen und sich einen Plan zurecht zu legen, wo sie hinkönnte. 
Erst nach und nach wird ihr klar, dass sie im Moment ohne alles dasteht, denn ihren Job im Reisebüro von Martins Eltern kann sie ja unmöglich behalten. Sie beschließt, vorläufig bei ihrer besten Freundin unterzukommen, als es gerade in dem Moment an der Tür klingelt und der schrille Paradiesvogel Mr. Cunningham vor der Tür steht, der ihr erklärt, dass eine Tante zweiten Grades seitens ihrer Mutter vor kurzen gestorben und sie die einzig lebende Verwandte. 
Diese Tante hat in Amerika gelebt und zu ihrem Nachlass für Linn gehört ein Haus in den Hamptons, einer ultrareichen Wohngegend, im ländlicheren Teil von New York. Ein Haus, das mehrere Millionen Dollar wert ist und Linn gerade wie gerufen kommt um ihrem alten Leben und dem ganzen Dilemma wenigstens vorläufig zu entfliehen. 
Kurz entschlossen reist sie zusammen mit Mr. Cunningham nach Amerika um das Haus selbst in Augenschein zu nehmen, bevor es verkauft wird und sie mit dem Geld einen Neuanfang startet. 
Vor Ort angekommen ist Linn erst einmal überwältigt, wie groß das Gebäude und das Grundstück doch sind und sie beginnt sich das Haus anzuschauen. Dabei treffen sie im inneren des Gebäudes auf eine alte Dame, die in dem Haus zu wohnen scheint und Linn einlädt, doch bitte über Nacht zu bleiben.
Das Angebot nimmt Linn nur gerne an, doch am ersten Abend in "ihrem" Haus stellt sich heraus, dass neben der alten Dame noch vier weitere Rentner hier wohnen, die alle samt eine lustige lebhafte Truppe ergeben. 
Und plötzlich sieht sich Linn mit dem Problem konfrontiert, dass sie das Haus unmöglich verkaufen kann, denn dann würden fünf alte Herrschaften auf der Straße sitzen, die Linn bereits in ihr Herz geschlossen hat...

Ich habe von diesem Buch eine sommerliche Lektüre erwartet, die einen mit an den Strand nimmt und bei der richtig Urlaubsstimmung aufkommt. 
Allerdings hat das Buch diese Erwartungen nicht unbedingt erfüllen können, denn es drehte sich dann doch sehr viel um das Haus und der Aspekt, dass wir uns in den Hamptons befinden, ging doch etwas unter. Hätte man statt "Hamptons" "Süddeutschland" geschrieben, hätte das den gleichen Effekt gehabt..
Der Schreibstil von Emma Sternberg gefällt mir sehr gut, auch wenn manche Dinge einfach zu sehr ausgeschmückt worden sind. Manche Seiten habe ich wirklich quer gelesen, weil es einfach nur darum ging, wie toll das Haus und der Garten ist und wie wunderschön die Landschaft und überhaupt. 
Leider muss ich sagen, dass mich die ersten zwei Drittel mehr gelangweilt als unterhalten haben..
Ich habe einfach mit einer richtig tollen Strandlektüre gerechnet, die es am Ende aber einfach nicht war..

Mit unserer Protagonistin Linn konnte ich mich leider nicht so wirklich identifizieren, weil sie mir dann doch eher auf die Nerven ging und auf mich den Eindruck gemacht hat, als ob sie nichts wirklich alleine und ohne Hilfe hinbekommen würde. 
Die alten Leute fand ich alle samt sympatisch und jeden von ihnen habe ich gleich ins Herz geschlossen, auch wenn es mir hier auch wieder ein bisschen zu viel wurde, wenn drei Seiten nur das Geplänkel unter Rentnern beschrieben wird. 
Ein bisschen verwirrt hat mich die Tatsache, dass im Klappentext ein Journalist erwähnt wird, der mehr über die verstorbene Tante zu wissen scheint und der noch dazu unglaublich attraktiv ist. Dieser Journalist tauchte erst relativ spät im Buch auf und zwar plötzlich zwischen drei Seiten gequetscht, als wäre es überhaupt nicht geplant gewesen, dass diese Figur noch ihren Auftritt bekommt. Ich fand es ein bisschen schade, dass das Auftauchen dieses Journalisten so "abgefrühstückt" wurde, frei nach dem Motto, dass er einfach schnell da sein musste, damit die Geschichte weiter gehen kann..

Wie schon oben erwähnt, haben mich die ersten beiden Drittel eher gelangweilt, allerdings wurde es dann im letzten Drittel endlich besser. 
Nachdem Linn endlich eingesehen hatte, wie verzwickt die Lage wirklich ist, in der sie da steckt und wie dringend eine Lösung gefunden werden muss, damit am Ende nicht alle auf der Straße sitzen, nahm die Geschichte endlich an Fahrt auf. Es wurden Pläne geschmiedet und Lösungen für das Problem gesucht und endlich tat sich auch ein Licht am Horizont auf, wie genau das Haus und dessen Bewohner denn noch zu retten wären.

Das letzte Drittel hat mich dann echt ganz gut unterhalten, auch wenn nicht wirklich Spannung da war, denn ab etwa der Hälfte ist ziemlich klar, auf welches Ende die Geschichte heraus läuft.
Trotzdem konnte ich mich ab da endlich in die Figuren hineinversetzen und war dann doch froh, das Buch nicht abgebrochen zu haben, so wie eigentlich mein Plan gewesen ist... 

Ein großer Pluspunkt für das Buch ist natürlich die Aufmachung:
Das Cover ist ein echter Traum und verspricht nur vom Angucken schon Sommer, Sonne, Meer und Strand und macht richtig Urlaubslaune. 
Außerdem sind die einzelnen Kapitel immer mit einer kleinen Muschel versehen, was ich ein wirklich schönes Detail finde. 


Fazit
Ein wunderschönes Buch, dass sofort Lust auf Sommer macht, mit einer tollen Idee, die allerdings in der Umsetzung einige Längen aufweist und erst zu, Ende hin spannend wird. Nett für Zwischendurch!










Kommentare:

  1. Hey!

    Ich fand das Cover auch so toll und habe das Buch deswegen auch letztens gekauft und direkt gelesen. Auch wenn es einige Längen hatte, war ich doch sehr begeistert :)

    Liebe Grüße Die Vorleser ♥

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    1. Hi :)
      Ja, das Cover ist ein echter Traum, da stimme ich dir absolut zu ^^
      Das Buch hat ja sehr vielen auch gefallen und ich kann schon auch nachvollziehen, warum. War halt mein persönlicher Geschmack, der nicht so wirklich angesprochen wurde ;)

      Liebe Grüße :)
      Kathi

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  2. Hallo liebe Kathi,

    ich habe über deinen Kommentar auf meinem Blog zu dir gefunden und bleibe gleich gern mal als Leserin da. ;)
    Ich habe "Fünf am Meer" vor kurzem bei einem Heyne-Gewinnspiel gewonnen und mir gedacht, dass ich es in einem der beiden kommenden Sommermonate lese, wenn wir ans Meer fahren sollten, dann nehme ich es auf jeden Fall mit.^^
    Ich finde, dass das Cover ja ein Traum ist und anscheinend ist auch die Innengestaltung nicht so schlecht. Mal sehen, ob ich dann mehr als drei Sterne vergeben können werde. Bin schon gespannt auf die Hamptons. ;)

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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    1. Hi :)
      Haha, war das das Gewinnspiel auf Twitter? Da hab ich es nämlich auch gewonnen :D
      Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und vor allem im Urlaub! :)
      Vielen anderen hat das Buch ja super gefallen, Geschmäcker sind halt verschieden und für mich war es nicht wirklich das richtige ^^
      Bin gespannt, wie es dir gefallen wird :)

      Liebe Grüße :)
      Kathi

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