[Rezension] Gut gegen Nordwind | Daniel Glattauer








Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?



Autor: Daniel Glattauer | Verlag: Goldmann | Genre: Roman | Seiten: 223 |
Neupreis: 7,95€ | Sprache: Deutsch | Originaltitel: Gut gegen Nordwind 
Erscheinungstermin: Juli 2008
ISBN: 978-3-442-46586-6



"Ich möchte bitte mein Abonnement kündigen."

(Erster Satz)


"Gut gegen Nordwind" ist ein Buch, über das man schon tausende Stimmen gehört hat und eigentlich ist es mittlerweile ein Buch, dass man gelesen habe sollte.
Jetzt werfe ich also auch meine Meinung zu diesem Buch dazu, auch wenn sie nicht ganz so positiv ausfällt, wie viele andere.

Ich fand die Idee dieses Email-Romans sehr spannend und man hätte sicherlich einiges daraus machen können. 
Wenn es einfach nur um zwei Personen gegangen wäre, die sich über den Emailaustausch näher kommen, dann hätte es mir wohl besser gefallen. 
Allerdings geht aus dem Klappentext nicht wirklich die Situation hervor, in der die beiden stecken. Leo immer noch zutiefst verletzt von seiner letzten Beziehung, Emmi gefangen in einer Vorzeige-Ehe, in der Gefühle wie Liebe wohl keine Rolle mehr spielen. 
Durch die Lebensumstände, unter denen sich die beiden kennen lernen, wissen sie sofort, dass sie dem anderen nicht näher kommen dürfen und doch läuft es genau auf das immer wieder hinaus.
Es war das ganze Buch über immer ein Hin und Her, was sein darf und was nicht und vor allem aber, ob sie sich treffen sollten oder nicht. 
Sie reden immer wieder über dieses Thema und keiner von beiden scheint sich zu trauen, wirklich diesen Schritt zu gehen. 
Als sie dann doch einen Schritt wagen, tun sie es in einer Weise, die mir immer noch völlig unverständlich ist. Beide gehen zwischen 15 und 17 Uhr in ein Café und halten Ausschau nach dem anderen, ohne jedoch sich anmerken zu lassen, dass sie wen suchen und so auch keine Möglichkeit haben, sich gegenseitig zu erkennen.

Ein weiterer Punkt, der mich genervt hat, war Emmi. Sobald sie einmal zwei Tage nichts von Leo gehört hat, hat sie ihn mit Emails quasi bombardiert. Sie hat immer wieder als erste geschrieben und hat auch keinen Hehl aus ihrer Eifersucht gemacht, sobald Leo eine andere Frau erwähnt hat.
Das ganze wirkte für mich ziemlich verzweifelt und mir hat es wirklich nicht gefallen, wie sie Leo immer nachgelaufen ist. 

Das ganze Buch ist rein in Email-Form geschrieben, was es für mich schwierig gemacht hat, wirklich einen Bezug zur Geschichte oder zu den Personen zu bekommen. Für mich hat sich dieses Buch gelesen, wie ein Tatsachenbericht und es wurden beim Lesen keine Emotionen transportiert. 
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch nicht wirklich etwas zu sagen hat. Ich habe viele Stellen einfach quergelesen, weil einfach kein Inhalt zwischen den Zeilen enthalten war.
Die Emails der beiden waren dazu sehr geschwollen und ausschweifend geschrieben, was es mir eher schwer gemacht hat, in einen flüssigen Leserythmus zu kommen.

Alles in allem eine gute Idee, leider mangelt es wesentlich an der Umsetzung..
Band zwei muss wohl noch etwas warten, bis ich ihn lesen werde..
Ich gebe für "Gut gegen Nordwind" drei von fünf Sternen.



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