[Rezension] Schneeleoparden haben blaue Augen








Weil Emmas Eltern geschieden sind und kaum Zeit für sie haben, wird Emma von ihnen auf ein Internat gesteckt: auf Schloss Greifenhorst genauer gesagt, eine Eliteschule, die in einem alten Burggemäuer untergebracht ist. Und wie könnte es auch anders sein; natürlich spukt es in dem alten Kasten! Allerdings kann Emma nur darüber lachen, als die anderen Schüler ihr erzählen, dass 
ihnen ein Skelett und ein Mönch in Ordensmantel begegnet sind: Diese Geistergeschichten sind ja mal so was von albern!!! 
Doch als Schüler von dem Internat verschwinden und unter rätselhaften Umständen wieder auftauchen, vergeht Emma und ihren Freunden das Lachen endgültig, denn schnell wird klar, dass hier etwas gewaltig schief läuft. Emma und ihre Freunde fangen auf eigene Faust an, zu ermitteln. 

(Klappentext)


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"Hier spricht Ihr Kapitän, wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist, haben wir unseren Landeanflug begonnen und werden in Kürze in Frankfurt landen."

(Erster Satz)

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"Schneeleoparden haben blaue Augen" wurde mir von der Autorin zugeschickt, damit ich es lesen und rezensieren kann. Ein großes Dankeschön dafür!

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die 15-jährige Emma, die von ihren Eltern auf ein Internat geschickt wird, da beide voll in ihre berufliche Karriere eingebunden sind.
Emma ist wenig begeistert von den Plänen ihrer Eltern, muss jedoch auch einsehen, dass Widerstand zwecklos ist.
Also fügt sie sich ihrem Schicksal und setzt bald darauf zum ersten Mal den Fuß auf das Gelände von Schloss Greifenhorst, das seinem Titel alle Ehre macht.
Auf allem scheint ein Hauch Geschichte zu liegen und bald schon hört Emma die ersten Gerüchte, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen soll...
Emma tut die Geschichten, die die Schüler weitergeben, als dummes Gerede ab, doch bald kommt es tatsächlich zu merkwürdigen Vorfällen.
Als plötzlich Schüler verschwinden und einige Tage später völlig verwirrt wieder auftauchen, beginnt auch Emma, den Geschichten Glauben zu schenken.
Treibt hier wirklich ein Mönch sein Unwesen? Und was hat es mir Ulfred, dem Folterer auf sich, der angeblich als Untoter im Schloss wüted?


Ich fand die Geschichte von Anfang an sehr sympathisch, da mir der Schreibstil gefiel und man sich gut in die Geschichte fallen lassen konnte. 
Das Buch ist mit viel Witz und Sarkasmus geschrieben, was alle Charaktere irgendwie skurril, aber gleichzeitig auch wirklich liebenswert macht.
Wir treffen auf Chloe, die wie ein Hasenbaby aussieht, auf Eduardo, der wohl Modell für Barbies Ken gestanden hat und auf Sten, den wohl arrogantesten Snowboarder, den die Welt je gesehen hat.
Ich hatte wirklich Spaß mit den einzelnen Personen und habe einige wirklich ins Herz geschlossen.

Ein bisschen gestört hat mich unsere Hauptperson Emma, die zwar eine starke Persönlichkeit ist und sich zu behaupten weis, allerdings auch schnell beleidigend wird.

Als sie und ihre Freunde von den Spukgeschichten erfahren, die sich um das Schloss ranken, zögern sie nicht lange und planen, der Sache auf den Grund zu gehen.
Mir kam das Ganze ein bisschen zu naiv vor, schließlich glaubt nicht jeder gleich an Geister und macht sich auf die Suche nach ihnen, nur weil jemand behauptet, ein Skelett im Zimmer gesehen zu haben. 
Allerdings ist dieses Buch wohl auch für eine andere Zielgruppe geschrieben worden, als ich es bin und ich glaube, dass es mich vor ein paar Jahren nicht gestört hätte, dass unsere Protagonisten ein bisschen zu vorschnell handeln. Damals hätte ich mitgefiebert und sie für ihren Mut bewundert.

Von der Art her hat mich das Buch an "TKKG" oder "Die drei ???" erinnert, denn dort haben sich auch eine Hand voll Jugendliche ins Abenteuer gestürzt, ohne zu wissen, was sie erwartet und ob es vielleicht gefährlich werden könnte.
Ich denke, dass das Buch genau als das gelesen werden sollte: Als eine Art Abenteuerroman. Ich wurde beim Lesen wieder an dieses tolle Gefühl erinnert, dass ich früher immer hatte, wenn ich solche Geschichten gelesen habe. Irgendwie eine Mischung aus Angst, Unbesiegbarkeit und Vorfreude.

Das Buch ist als Krimi betitelt, was in der ersten Hälfte der Geschichte so nicht klar ersichtlich ist. Erst ab dem letzten Drittel wendet sich das Blatt und es geschehen Dinge, die ich wirklich nicht habe kommen sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass das Buch so eine Wendung für uns parat hält und war sehr positiv überrascht. Um was es sich da genau handelt, muss natürlich jeder selber lesen. Es sei nur so viel gesagt: Nicht alles ist so, wie es schient und nicht jeder ist der, der er zu sein vorgibt ...

Als kleinen Kritikpunkt muss ich leider noch anführen, dass man doch merkt, dass die Autorin das Buch ohne Hilfe eines Verlages veröffentlicht hat. Ab und zu schieben sich Fehler dazwischen, die ein Lektor korrigiert hätte, was mich allerdings nicht weiter gestört hat und der Geschichte auch keinen Abbruch tut.

Die Covergestaltung ist leider gar nicht meins, obwohl es mit Sicherheit auch viele Leute gibt, die diesen Stil mögen. Dieser Punkt bezieht sich eben nur auf meine persönliche Meinung.

Alles in allem bin ich sehr überrascht von dieser Geschichte, die trotz ihrer Kürze von knapp 170 Seiten einiges zu bieten hat.
Ich denke, dass dieses Buch für eine jüngere Generation geschrieben ist und es dort auch sehr gut ankommen wird.
Von meinem Standpunkt aus war es eine nette Geschichte mit unerwarteten Überraschungsmomenten und Wendungen, die sie alles andere als langweilig gemacht haben.
Ich habe mich in der Welt von "Schneeleoparden haben blaue Augen" sehr wohl gefühlt und war ein bisschen traurig, als die Geschichte zu Ende ging und ich langsam auch Emma und ihre Freunde wieder loslassen musste.

Ich gebe diesem Buch 3,5 von 5 Sternen und ich bin gespannt, mehr von der Autorin zu hören. Außerdem drücke ich ihr alle Daumen, dass sie bald die Möglichkeit hat, ihre Geschichten auch als Printausgabe auf den Markt zu bringen.











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