[Rezension] Rubinrotes Herz, Eisblaue See | Morgan Callan Rogers



Ein Fischerdorf an der Küste Maines, am nordöstlichsten Zipfel der USA. Dicht an dicht schmiegen die Häuser sich an die Granitfelsen. Florine lebt geborgen bei ihren Eltern und ihrer Großmutter inmitten der Gemeinschaft der Familien, die hier seit Generationen auf Hummerfang gehen. Die kleinen Reibereien zwischen ihrer lebenshungrigen Mutter Carlie und dem bodenständigen Vater

können das Leben der Elfjährigen nicht ernsthaft erschüttern. Bis Carlie eines Tages spurlos verschwindet. Alle Nachforschungen scheinen ins Leere zu laufen. Die Frage, ob ihre Mutter Opfer eines Verbrechens wurde oder freiwillig ging, wird Florine in den folgenden Jahren ständig begleiten. Und sie muss mit der Zumutung fertig werden, dass das Leben um sie herum trotzdem weitergeht: Ihr Vater bandelt wieder mit seiner Jugendliebe an, ihre Großmutter altert zusehends, und ihr bester Freund hat nur noch Augen für seine neue Freundin. Doch Florine lässt sich nicht beirren und gibt das Warten auf die Rückkehr der Mutter nicht auf. Schlagfertig und mit einem ganz eigenen Humor erzählt sie davon, was es heißt, sich treu zu bleiben und sein Glück zu finden.


"Nachdem wir um ein Haar ein Sommerhaus abgefackelt hätten, wurde beschlossen, dass meine Freunde und ich uns bis zum Schulbeginn im September nicht mehr sehen durften."

Ich hatte von dem Buch bis jetzt wenig gehört, obwohl es schon relativ lange auf dem Markt ist. 
Eigentlich hatte ich nur von einer Person mitbekommen, dass sie das Buch wohl ganz gut fand und der Titel hat mich neugierig gemacht. Ich war mir zwar nicht sicher, ob das Buch wirklich was für mich ist, aber versuchen konnte man es ja.
Ich habe es dann auf einem Bücherflohmarkt entdeckt und auch gekauft. Obwohl diese Ausgabe schon sehr schiefgelesen war und eine Menge Leserillen hatte...
Aber gut, ich wollte ja nur schauen, was es mit der Geschichte auf sich hat.

Wir finden uns in den 60er Jahren im kleinen Fischerdorf The Point wieder, dass an der Nordost-Küste der USA liegt. Hier wächst die junge Florine behütet mit ihren Eltern und Freunden auf.
Das Dorf, in dem sie leben, ist ein typischer "Hier kennt jeder jeden"- Ort und so machen Nachrichten schnell die Runde.
Als Florines Mutter Carlie eines Tages spurlos verschwindet, bricht für Florine und ihren Vater eine Welt zusammen. Niemand konnte sich erklären, was passiert ist und die Ungewissheit riss an den Nerven von allen.
Obwohl Nachbarn und Freunde alles tun, um es Florine und ihrem Vater leichter zu machen, können beide nicht über den Verlust hinwegkommen.
Doch während Florine die Hoffnung nie aufgibt, dreht sich das Leben um sie herum weiter und nichts wird mehr so sein, wie es einmal war ...

Mich konnte das Buch leider nicht von sich überzeugen.
Ich fand die Idee dahinter und auch die Botschaft, die das Buch uns mitgibt, eigentlich gut. Aber die Umsetzung hat mir leider nicht gefallen. Für meinen Geschmack hatte das Buch zu wenig Tiefe und die Emotionen darin kamen nicht wirklich zu mir durch.
Das Buch hätte so viele perfekte Vorlagen gehabt, um den Leser wirklich zu berühren und zu packen, aber dieser Moment hat sich bei mir nie wirklich eingestellt. Die ganze Geschichte kam mir so tot und gefühlskalt vor.
Das Buch begleitet die Protagonistin Florine über einige Jahre ihres Lebens hinweg, vom kleinen Mädchen zur jungen Erwachsenen. Und in diesen Jahren ist so viel Gutes und so viel Schlimmes passiert, dass das Buch vor Emotionen eigentlich überquellen müsste.
Tut es meiner Meinung nach leider nicht.
Alle Ereignisse, ob sie noch so klein oder von riesigem Ausmaß waren, wurden mit der gleichen Knappheit behandelt. Ob Florine nun das erste Mal selbst ein Brot gebacken hat oder ob die Großmutter gestorben ist.

Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, waren die vielen vielen Personen, die uns hier vorgestellt wurden. Sämtliche Nachbarn, Freunde, Verwandte, Bekannte, sogar der Polizist aus dem Nachbarsort oder die Hotelangestellte aus einem Urlaubsort in der Nähe. Alle bekamen Namen und ein Aussehen und wurden ständig erwähnt oder in die Geschichte eingebunden, aber leider in dem Ausmaß, dass ich am Ende gar nicht mehr wusste, wer denn jetzt wer war.
Auch wenn diese Personen keine tragende Rolle in der Geschichte gespielt haben, fand ich es doch verwirrend über sie zu lesen, und wenn es nur darum ging, was die Mutter des Nachbarsjungen zum Mittagessen gekocht hatte.

Für mich hat sich dieses Buch gelesen wie ein Erfahrungsbericht und nicht wie ein Roman. Ich fand es ganz interessant zu sehen, wie sich Florine entwickelt und wie schnell dieses Mädchen lernen musste, erwachsen zu sein. Da hörte es allerdings auch wieder auf. Ich war nicht mit dem Herzen dabei und habe am Ende die Seiten nur noch überflogen, da ich noch wissen wollte wie es ausging.
Aber auch das Ende hatte für mich keine wirklichen Überraschungen parat und ich habe mich wieder mal gefühlt, als würde das Buch auf der Stellte treten.

Am 5. August 2014, ist der zweite Band unter dem Titel "Eisblaue See, Endloser Himmel" erschienen, aber ich glaube nicht, dass ich einen weiteren Band lesen werde.
Wahrscheinlich werden diese Bücher manchen anderen gefallen, ich habe auch schon sehr positive Stimmen darüber gehört. Aber meins war es leider nicht.
Deshalb gebe ich auch nur drei von fünf Sternen für "Rubinrotes Herz, Eisblaue See".



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