[Rezension] Heute trägt der Himmel Seide





Autor: Ellen Alpsten | Verlag: Coppenrath | Genre: Jugendbuch | Seiten: 393 | 
Neupreis: 16,95€ | Sprache: Deutsch | Originaltitel: Heute trägt der Himmel Seide |
Erscheinungstermin: Juni 2015 |
ISBN: 978-3-649-61704-4 







"Der See war glatt wie ein Spiegel und warf ihm sein Bild zurück: das dunkle Gesicht, umrahmt von wilden, karamellfarbenen Locken, die seine Mutter am Morgen mit einem feinzinkigen Kamm vergeblich zu bändigen versucht hatte."

(Erster Satz)



Ich glaube, dass dieses Buch zur Zeit noch relativ unbekannt ist, da ich es bis jetzt nur vereinzelt bei anderen Bloggern oder Youtubern gesehen habe, und es auch auf Instagram nicht oft nicht gezeigt wird.
Ich hoffe, dass sich das schnell ändert, denn dieses Buch hat es wirklich verdient, gelesen und geliebt zu werden.

Wir tauchen ein, in die schillernde Modewelt von London und begleiten die junge Alice Weber, die gerade ihr Abitur gemacht hat und nun an der "School of Art and Fashion" in Englands Hauptstadt studieren darf.
Für sie keine Selbstverständlichkeit, denn ihre Eltern haben gerade mal genug Geld, um ihr das erste Studienjahr zu finanzieren, weswegen sie dringend auf ein Stipendium angewiesen ist.
Glücklicherweise vergibt zu diesem Zeitpunkt eines der größten und bekanntesten Modehäuser genau das Stipendium, dass Alice sich wünscht und sie nimmt den harten Kampf mit ihren Mitstudenten auf.
Schon bald merkt sie, wie hart jeder einzelne von ihnen kämft und der ein oder andere auch nicht vor unfairen Mitteln zurückschreckt.

Doch bei allem Stress und Konkurrenzdruck findet Alice in London auch neue Freunde und sogar die erste große Liebe.

Doch immer wieder kommt es zu merkwürdigen Vorfällen, die Alice ins Grübeln bringen und bald muss sie erkennen, dass jeder hier sein eigenes Paket mit sich herumträgt und dass der äußere Schein oft trügen kann ...


Titel und Cover haben mich bei diesem Buch sofort angesprochen, obwohl ich mir noch unsicher war, ob die Geschichte mir so gefallen würde. Also habe ich im Buchladen bei uns in die ersten paar Seiten reingelesen und ich wollte wissen, wie es weiter geht.
Also habe ich das Buch gekauft und Zuhause sofort weiter gelesen.

Mir gefiel Alice als Protagonistin unglaublich gut, da sie schon von Anfang an eine starke Persönlichkeit war, mit Träumen und Zielen, die genau wusste, was sie wollte.
Und obwohl sie an der Uni und im Privatleben einiges einstecken muss, lässt sie sich nicht unterkriegen. Immer wieder rappelt sie sich neu auf und macht weiter, um an ihren Zielen festzuhalten und ihren Traum von London zu leben.
Die englische Hauptstadt wird hier von ihrer besten Seite gezeigt und scheint eine schillernde, niemals schlafende Welt zu sein, in der dennoch immer wieder magische Momente Platz finden, die einem den Atem nehmen.
Im Buch wurde die Stadt als Teich beschrieben, an dessen Oberfläche alle scheinbar erfolgreich zu schwimmen scheinen, unter Wasser jedoch alle auf gleiche Weise ums Überleben strampeln.
Diesen Vergleich finde ich ganz passend für eine Großstadt wie London, die auf den ersten Blick so perfekt zu seien scheint, aber eigentlich auch ihre Fehler und Schattenseiten hat.
Auch wieder ein Punkt in diesem Buch, an dem wir merken, dass nicht alles ist, wie es scheint.
Ich muss sagen, dass ich etwa ab der Hälfte des Buches ein wenig Angst hatte, in welche Richtung das Buch geht.
In einem Nebensatz wurde erwähnt, dass eine Person erstaunlich spitze Eckzähne hatte und eine Mitbewohnerin von Alice schien in ihrem Wesen an eine Schlange zu erinnern ...
Ich bin sehr froh, dass dieses Buch am Ende doch nicht in Richtung Fantasy gegangen ist, da es einfach nicht in diese Geschichte hineingepasst hätte.
Obwohl es immer wieder zu unerklärlichen oder merkwürdigen Vorfällen kommt, hat alles am Ende eine rationale Erklärung, die einen trotzdem umhaut, weil man nicht mit einer Wendung wie dieser gerechnet hat.
Etwa 3/4 des Buches waren zwar gut, aber es fehlte mir dieses gewisse Etwas, dass die Geschichte wirklich perfekt gemacht hätte.
Das kam dann am Ende. Und mit was für einem Ende!
Klar wussten wir als Leser, dass einige Personen versuchen, etwas zu verbergen, aber ich hätte nie mit der Tragweite von dem gerechnet, was manche Menschen mit sich herumtragen.

Alles in allem kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen, da es einen beim Lesen verzaubert und mit nach London nimmt, wo wir uns selbst als Teil dieser bunten, fast unwirklichen Welt wiederfinden.
Ich wünsche mir, dass dieses Buch noch viel bekannter wird und es von vielen Menschen mehr geliebt wird.

Ich gebe volle fünf von fünf Sternen für Heute trägt der Himmel Seide!



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