[Rezension] Gelöscht | Teri Terry




Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren.

Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los – hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern? 
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?


"Ich renne."


Dank eines Gewinnspiels von Lovelybooks ist dieses tolle Buch bei mir eingezogen (zusammen mit Band zwei und drei). Vielen Dank dafür!

Ich habe es jetzt beendet und muss leider sagen, dass ich die Begeisterung vieler nicht teilen kann. Ich fand dieses Buch sehr langatmig und die Protagonistin einfach sehr naiv ...

Aber der Reihe nach:

Wir befinden uns in einem zukünftigen England, genauer London. Die Grenzen sind geschlossen und niemand kann das Land ohne Genehmigung verlassen oder es betreten.
Hier herrschen strenge Regeln, die von der Regierung eisern durchgesetzt werden.
Wer auffällt, wird "entfernt".

Unsere Hauptperson ist die 16-jährige Kayla Davids, deren Gedächtnis gelöscht wurde. Sie wurde "geslated", was bedeutet, dass sie sich nicht mehr daran erinnern kann, wer sie einmal war oder woher sie kam. Ihr komplettes altes Ich ist ausgelöscht worden.

Das Slating wird von der Regierung eingesetzt um Jugendlichen eine zweite Chance zu geben, die beispielsweise einmal Mitglied der Terroristen oder der Gangs waren, die gegen die Regierung vorzugehen versuchen.
Dieser operative Eingriff kann nur bis zu dem 16. Lebensjahr durchgeführt werden und die Betroffenen verlieren alle Erinnerungen an ihr früheres Leben.
Desweiteren sind sie nach dem Slating nicht mehr in der Lage, gewalttätig zu werden und werden durch einen Chip im Gehirn dazu gezwungen, ständig bei bester Laune zu sein.
Ein Armband am Handgelenk zeigt durch einen bestimmten Wert an, wie gut die Stimmung des Trägers ist. Sinkt der Wert zu tief, wird der Träger "ausgeschaltet".

Kayla Davids ist nach ihrem Slating einer neuen Familie "zugeteilt" worden, bei der sie von nun an wohnen wird und die sie als ihre richtige Familie ansehen soll.
Hier wird sie lernen, sich nach und nach in die Gesellschaft zu integrieren und damit ihren Teil des "Vertrages" zu erfüllen.

Doch Kayla merkt sehr schnell, dass sie anders ist als die anderen Slater. Als würde der Chip in ihrem Gehirn nicht richtig funktionieren ..
Sie beginnt Fragen zu stellen und gerät damit bald ins Visier der Regierung.

Wem kann sie wirklich trauen? Ihren Betreuern? Den Ärzten? Ihrer neuen Familie?
Und was ist mit Ben, ihrem neuen Mitschüler, ebenfalls ein Slater, der ungeahnte Gefühle in ihr weckt?


Die Geschichte hat sich wirklich toll angehört und ich war sehr neugierig, was diese Trilogie betrifft. Auch weil ich schon so viel Gutes gehört habe und manche sie als eine "der besten Reihen überhaupt" bezeichnen.
Vielleicht waren meine Anforderungen an dieses Buch daher auch sehr hoch und damit auch zu hoch. Aber ich war enttäuscht, wie langweilig und teilweise nervig ich diese Geschichte fand.
Die erste Hälfte des Buches zieht sich unglaublich in die Länge und es geht scheinbar nur darum, wie gut oder schlecht Kayla sich in ihr neues Leben einfügen kann.

Ab der zweiten Hälfte wird es besser, die Spannung steigt und es kommt zu einigen brenzligen Situationen, in denen wir dann doch mitfiebern, dass nochmal alles gut ausgeht.
Aber diese Situationen waren zu kurz, zu schnell kam neuer Input, der die Spannung wieder zerstörte oder eine Szene wurde einfach zu schnell "abgefertigt".
Der Spannungsbogen konnte einfach nicht gehalten werden und ich musste mich teilweise erst überreden, weiter zu lesen.

Ein weiter Kritikpunkt ist, dass mich Kayla unglaublich genervt hat.
Klar, sie hat ihr komplettes Gedächtnis verloren und muss die kleinsten Dinge neu erlernen, sei es Geschirr abspülen oder über die Straße gehen.
Aber manchmal legte sie eine Naivität an den Tag, wo ich mir nur noch an den Kopf packen konnte.
Immer wieder kam sie in Situationen, wo sie gemerkt hat, dass sie bestimmten Personen nicht unbedingt vertrauen kann, weil manche es nur darauf abgesehen haben, dass sie einen Fehler macht. Ein paar Seiten später jedoch kam sie auf die Idee, dass ihr besagte Personen vielleicht doch helfen könnten und sie vertaute ihnen ihre Gedanken an, nur um einige Zeit später wieder zu merken, dass das vielleicht doch nicht so eine tolle Idee war.
Außerdem wird immer wieder erwähnt, dass sie anders ist als alle anderen Slater und sie weis selber, dass sie das um jeden Preis verstecken muss, wenn sie sich nicht in Gefahr bringen will. Und doch tut sie immer wieder Dinge, die sie ins Visier der Öffentlichkeit bringen und den Blick der Regierung doch auf sich ziehen.

Sie ist die ganze Geschichte über hin und her gerissen, zwischen nichts tun und sich einfach ins System einzufügen, und der Regierung die Stirn zu bieten.
Ihre Unentschlossenheit und ihre Zweifel in diesen Themen haben teilweise echt an den Nerven gezehrt.

Allerdings hat mir das Ende dieses Buches wieder Hoffnung gemacht, dass der zweite Band besser und spannender wird.
Es sind Dinge geschehen, die Kayla etwas vor Augen geführt haben, das sehr entscheidend für die Zukunft sein wird.

Ich fand den ersten Band der Reihe nicht schlecht. Er war von der Idee her gut und unterhaltsam, die Umsetzung hat mir allerdings gar nicht gefallen und ich war ab und zu sehr genervt von diesem Buch.
Trotzdem bereue ich es nicht, es gelesen zu haben und ich bin gespannt, wie diese Reihe weitergeht. Ich habe große Hoffnungen, dass Band zwei mich mehr begeistern kann, obwohl ich mir noch nicht sicher bin, wann ich diesen lesen werde.

Alles in allem gebe ich diesem Buch drei von fünf Sternen, weil es mich nicht wirklich packen konnte, und ich wesentlich mehr von der Geschichte erwartet habe.






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