[Rezension] Das Institut der letzten Wünsche | Antonia Michaelis




Autor: Antonia Michaelis | Verlag: Knaur | Seiten: 491 |
Neupreis: 19,99€ |
ISBN: 978-3-426-65365-4

Die verträumte Mathilda, arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Denn er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.


"Es war nicht ganz einfach, das Pferd in die S-Bahn zu bekommen."


Dieses Buch ist sofort, nachdem es erschienen ist, bei mir eingezogen, da ich irgendwie angefangen habe, sämtliche Bücher von Antonia Michaelis zu sammeln. 
Obwohl dieses hier tatsächlich das erste war, das ich von ihr gelesen habe :D
Ich weis selber nicht warum, denn ich habe so so viel Gutes über diese Autorin und ihre Bücher gehört.

Daher waren meine Erwartungen auch dementsprechend hoch, als ich diese Geschichte begonnen hatte.
Und ich muss ehrlich sagen, dass ich am Anfang einige Schwierigkeiten hatte, in ihren Schreibstil reinzufinden. Sie schreibt eben doch sehr anders als viele Autoren, viel verträumter und poetischer. Aber genau das macht ihre Bücher so besonders.
Antonia Michaelis wird nicht umsonst als eine der besten Geschichtenerzählerinnen Deutschlands bezeichnet.

Je weiter ich in dem Buch gekommen bin, desto mehr habe ich mich in diese magische und wunderschöne und traurige Geschichte fallen lassen.
Das Institut der letzten Wünsche ist kein Buch, mit dem man abschließt, sobald man es beendet hat. Es hält einen noch lange danach in seinem Zauber gefangen und man möchte nicht wieder daraus aufwachen.

Obwohl es in dieser Geschichte um ein scheinbar schweres Thema geht und sich unsere Protagonistin jeden Tag aufs neue mit dem Tod auseinandersetzen muss, ist die Geschichte kein bisschen bedrückend.
Sie ist traurig und wunderschön und eben eine Geschichte "bei der man lächelt, obwohl man Tränen in den Augen hat" (wie es im inneren Klappentext so schön beschrieben wird).
Mit dem Tod wird hier auf eine Art und Weise umgegangen, die nicht auf die Tränendrüse drücken will. Wir begleiten hier eine ganze Reihe Menschen, die in den nächsten Wochen oder Monaten sterben werden und sich dem Tod trotzig entgegenstellen, um noch einmal Spaß zu haben. Trotzdem wird uns beim Lesen immer wieder klar, dass niemand von uns dem Tod entgehen kann und wir alles erleben sollten, in unserem Leben, was wir nur erleben können, damit auch wir am Ende unseres Weges glücklich und wunschlos gehen können.

Mir hat das Buch wirklich unglaublich gut gefallen, weil es einen gefangen nimmt und in einen Strudel aus Gefühlen reist und einen am Ende atemlos, nachdenklich, gleichzeitig traurig, aber auch unglaublich glücklich zurücklässt.


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